Kein Sport für Weicheier!

Rolling Rat Pack des ESV 1927 machen Rollerderby in Regensburg so richtig populär

Regensburg – Fußball? Logo! Eishockey? Auch klar! Aber wie ist es mit Rollerderby? In Deutschland ist die Sportart noch relativ unbekannt. Doch die Mädels vom Rolling Rat Pack Regensburg jagen auf ihren Rollschuhen mittlerweile in der dritten Liga Süd Punkten hinterher. Bleibt nur noch die Frage zu klären: Was zur Hölle ist Rollerderby?

Von Matthias Dettenhofer

Scrimmage, Bouts, Lead-Jammerin, Blockers, Pack und Pivots. Klar soweit? Vermutlich nicht. Die wenigsten können mit den Begrifflichkeiten etwas anfangen. Dabei gehören sie zum Rollerderby wie Track, Refs oder Walls. Hilft auch nicht weiter?

Ok, dann von vorne. „Beim Rollerderby kämpfen zwei Teams auf Rollschuhen auf einem ovalen Kurs gegeneinander um Punkte.“ So versuchen mir Meike und Caro vom Rolling Rat Pack ihren Sport zu erklären. Zeitgleich stehen fünf Ladies pro Mannschaft auf dem Track. Ein Team besteht dabei aus dem Jammer, der Punktemacherin, drei Blockern und einem Pivot, ebenfalls einer Blockerin, die im Spezialfall auch punkten kann.

Soweit zur Aufstellung. Doch wie werden nun Punkte gemacht? „Jeder Jammer muss versuchen sich durch die Wall aus Blockerinnen durchzuarbeiten und jede überlaufene Gegnerin wird als Punkt gezählt“ sagt Caro, alias Honey Brawl, so ihr Kampfname. Es sind also maximal fünf Punkte pro Runde möglich, da auch der überrundete Jammer mitgezählt wird. Damit alles den Regeln gemäß abläuft sorgen die Schiedsrichter, oder Refs, oder auch Zebras, wegen ihrer Kleidung, und die offiziellen neben dem Track, die Flamingos, wegen der Farbe ihrer Hemden.

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass ein Bout, ein Spiel, zweimal 30 Minuten dauert und ein Jam, ein Spielzug, je zwei Minuten. Dieser kann aber auch durch den Lead-Jammer vorzeitig abgebrochen werden. „Danach dürfen die Teams wechseln. Das ist auch nötig, weil es brutal anstrengend ist“, so Meike. Ein Team darf höchstens 15 Skaterinnen melden, häufig sind es jedoch weniger, da die Teams manchmal noch sehr klein und im Aufbau sind.

Um sich durch das Pack aus Blockern durchzuarbeiten ist vieles erlaubt, Blocken, Checks mit Hüfte und Schulter sind gängige Mittel. Festhalten, Schubsen mit den Armen, Ellbogen oder Blocks in den Rücken der Gegnerin sind verboten. Wer foult muss für 30 Sekunden auf die Strafbank. Es ist eben ein Vollkontaktsport. Verletzungen sind dabei trotzdem zum Glück seltener. „Wir sind mit Helm, Handgelenkschonern, Knie- und Ellbogenschonern gut gepolstert. Und außerdem lernt man im Training nach vorne zu fallen, was nicht immer klappt“, lacht Meike, alias Bat Ass. Sie muss es ja wissen, denn sie hat sich tatsächlich schon einmal den Knöchel gebrochen. „Da hab ich mich halt blöd angestellt, bin nicht nach vorne gefallen.“
Mitspielen darf übrigens bei den Rat Pack nicht jeder. „18 Jahre alt muss man schon sein“, klärt Caro auf.

Und auch bevor es auf den Track zum Boult geht müssen die Freshies, die Küken im Team, erst einmal einen Minimum-Skills-Test absolvieren. „Das ist wie ein Führerschein, damit gehen wir sicher, dass sie ihre Skates beherrschen.“ Trainieren tun die insgesamt 30 aktive Mitglieder des Rat Pack, neben den On-Skates-Training, im Kraftraum des ESV 1927, unter dessen Dach sich die Skaterinnen angesiedelt haben. Die Boults finden in der Clermont-Ferrand-Halle statt.
Mehr Infos: www.facebook.com/RollerderbyRegensburg/.