Roswitha Pielmeier aus Altenthann ist 2019 wieder Deutsche Meisterin im Großkaliber Die Meisterin an den großen Waffen

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Altenthann – „Ohne Ohrenschützer geht gar nichts“, erklärt Roswitha Pielmeier lächelnd, direkt nachdem sie ihren Revolver Magnum laut knallend abgefeuert hat und die Luft riecht wie nach einem Silvester-Feuerwerk. 15 Jahre nach ihrem ersten großen Erfolg ist die Hobby-Schützin nun wieder Deutsche Meisterin im Großkaliber. Mit Blizz sprach sie am heimischen Schießstand über ihre ungewöhnliche Leidenschaft.

Von Claudia Böhm

Ganze vier von insgesamt 45 Mitgliedern des Vereins Großkaliberschützen Vorderer Bayerischer Wald hatten sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Ein überaus erfolgreicher Verein, der im September im baden-württembergischen Philippsburg bewies, welche Talente er birgt: Marion Zeitler belegte den vierten Platz am Unterhebelrepetierer mit offener Visierung bei 100 Metern. Ihre Mutter Elisabeth wurde Achte mit dem Dienstsportgewehr. Stefan Zeitler ist Deutscher Meister in der Jugendklasse, ebenfalls mit dem Unterhebelrepetierer. Und schließlich Roswitha Pielmeier, die 2004 ihren ersten Meistertitel nach Hause brachte und sich nun die Medaille der Deutschen Meisterin erneut um den Hals hängen darf.

Roswitha und Alfred Pielmeier im Vereinsheim der erfolgreichen Großkaliberschützen Vorderer Bayerischer Wald e. V.

Dass sie in den letzten fünfzehn Jahren schon ganze vierzehn Mal Bayerische Meisterin wurde, zweimal Zweite und fünfmal Dritte bei den Deutschen Meisterschaften, scheint für sie kaum erwähnenswert. „Natürlich bin ich stolz auf meinen Titel“, erzählt die dreifache Mutter, „aber es ist vor allem ein Hobby, das mir Spaß macht.“ Die Vereinsmitglieder trainieren wöchentlich am eigenen Schießstand die 25-Meter-Distanz (vor allem mit Kurzwaffen). Mit Langwaffen üben sie am 100-Meter-Stand in Abensberg.
Jede Handfeuerwaffe ist anders. Das erkennt der Laie aber erst, wenn er sie selbst in Händen hält. Liegt der Schwerpunkt des langläufigen Revolvers viel weiter vorne, in Richtung Mündung, so konzentriert sich das Gewicht bei der kompakten Selbstladepistole mehr am Magazin. Auch beim Abfeuern verhalten sich die Waffen völlig anders – für geübte Schützen kein Problem. Und ja: Das Anvisieren mit gestreckten Armen und das Abfedern des Rückstoßes beim Feuern erfordern durchaus Kraft.

Voll ins Schwarze

„Zwei Jahre braucht man aber schon, bis man weiß, welches die richtige Waffe, die richtige Munition für einen selbst ist. Der Schießsport ist nichts Kurzlebiges.“ Alfred Pielmeier, Vereinsvorstand der Großkaliberschützen Vorderer Bayerischer Wald e. V. schießt seit seinem 15. Lebensjahr. Ihm zuliebe hatte seine heutige Ehefrau überhaupt erst mit dem Schießen angefangen. „Seit Jahren schießt sie besser als ich“, gibt er zu. Die Munition – Hülsen, Zündhütchen und Geschosse –, die er für die Deutsche Meisterin bereithält, ist handverlesen. Auf diesem hohen Niveau gehe es mit gekaufter Ware vom Händler fast nicht, sind Roswitha und Al-fred Pielmeier sich einig.
Ihr ungewöhnliches Hobby verlangt volle Konzentration, bei zugleich körperlicher Fitness und guter Koordinationsfähigkeit. Außerhalb des Schießstandes hält Roswitha Pielmeier sich mit Nordic Walking und Yoga fit. „Den Respekt vor der Waffe verliert man nie“, erklärt sie ernst. Und ab 50 Jahren werde es schwierig mit dem Sehvermögen und der Reaktion. Bis es so weit ist, wird die Meister-Schützin aus Altenthann aber noch sehr oft ins Schwarze treffen.

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