Voller Terminkalender für den SSV Jahn Am Samstag geht es nach Sandhausen, am Dienstag ist Nürnberg zu Gast in Regensburg

Regensburg – Der SSV Jahn hat mal wieder seine Comeback-Qualitäten präsentiert. Im Re-Start der 2. Liga gegen Kiel verwandelte Albers in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum 2:2-Endstand. Ein glücklicher Punktgewinn und wichtig im Kampf um den Klassenerhalt. Die nächsten Punkte kann die Jahn-Elf in den beiden kurz aufeinanderfolgenden Partien gegen Sandhausen (23.5.) und Nürnberg (26.5.) machen.

Von Mario Hahn

33 Zähler hat der Jahn aktuell auf dem Konto. Für einen Startplatz in der 2. Liga auch in der nächsten Saison braucht es wohl Minimum 40 Punkte. Sieben Punkte fehlen also noch. Acht Partien sind noch zu absolvieren. Die maximale Punkteausbeute liegt bei 24. Das sollte zu schaffen sein.
Ein Verbleib in Deutschlands zweithöchster Spielklasse ist für den Jahn wichtig. Wegen der Corona-Krise und den dadurch fehlenden Zuschauereinnahmen wird der Verein in dieser Spielzeit rund 3,75 Millionen Euro weniger Umsatz haben als ursprünglich geplant. Dieses Minus lässt sich nicht in der 3. Liga ausgleichen.

Nun geht es also am Samstag (23.5.) zum SV Sandhausen. Anpfiff ist um 13 Uhr. Der Tabellenvierzehnte hat seinen Re-Start bei Erzgebirge Aue mit 1:3 vermasselt. Obendrauf erhielt Dennis Diekmeier eine Rote Karte. Der Sandhausen-Kapitän wurde daraufhin für das Spiel gegen den Jahn vom DFB-Sportgericht gesperrt.
Die Bilanz gegen Sandhausen ist fast ausgeglichen. In insgesamt 17 Spielen seit 2007 gewann der SSV Jahn fünf Mal, spielte sechs Mal unentschieden und wurde sechs Mal von Sandhausen besiegt. Blöd nur, dass fünf der sechs Niederlagen in Sandhausen passierten. Dorthin reist die Mannschaft von Jahn-Trainer Selimbegovic nun wieder.

Am Dienstag (26.5.) steigt dann um 18.30 Uhr das große Derby gegen den 1. FC Nürnberg. In normalen Zeiten wäre die Arena Regensburg bis auf den letzten Platz gefüllt. Wegen Corona wird das Highlight der Saison aber vor leeren Zuschauerrängen ausgetragen.
Auch der „Club“ hat seinen Re-Start vergeigt. Die Franken verloren mit 0:1 bei St. Pauli, waren aber lange Zeit die bessere Mannschaft. Vor allem die Offensive der Nürnberger setzte mehrere Akzente.
Punktspiele zwischen dem Jahn und dem Club – aufgrund der geografischen Nähe möchte man es gar nicht glauben – sind gar nicht so häufig. Laut Fußballdaten.de trafen beide Vereine 17 Mal in einem Punktspiel aufeinander. Das erste Mal am 18. Dezember 1949 (damals gewann Nürnberg mit 2:1) und das letzte Mal logischerweise in der Hinrunde. Das Spiel am 27. Oktober endete 1:1. Jahn-Spieler Schneider erzielte in der 90. den viel umjubelten Ausgleich.
Die Bilanz spricht klar für den 1. FC Nürnberg, den mehrfachen Deutschen Fußballmeister (1919/20, 1920/21, 1923/24, 1924/25, 1926/27, 1935/36, 1947/48, 1960/61 und 1967/68). Von den insgesamt 17 Partien gewann der Club 14 Mal. Zwei Mal trennten sich beide Mannschaften unentschieden, nur einmal konnte der Jahn gewinnen. Das war das legendäre 2:1 am 2. April 2004…

Der Pyrrhussieg

Es war ein denkwürdiger Tag. Bei herrlichstem Sonnenschein fanden sich über 11.000 Zuschauer im restlos ausverkauften alten Jahnstadion an der Prüfeninger Straße ein. Bereits nach drei Minuten explodierte das Stadion, als Michael Kolomaznik zur Führung traf. Ein derber Rückschlag für den Aufstiegs-aspiranten aus Franken. Es folgten mehrere gute Chancen für die Regensburger, ehe Nürnberg im zweiten Durchgang besser ins Spiel fand und dann auch verdient durch Wolf in der 75. Minute den Ausgleich schaffte. In der Folge drückten beide Teams auf den Sieg, der dann dem Jahn gelang. In der 84. Minute erzielte Markus Knackmuß mit einem langen Schlenzer ins Eck das 2:1. Alle Zuschauer lagen sich freudetrunken in den Armen. Für den Jahn und seine Fans war der Sieg über den „großen“ Club etwas ganz Besonderes. Durch den Erfolg hatten die Regensburger nach diesem 27. Spieltag satte 36 Punkte auf dem Konto. Der Klassenerhalt schien mehr oder minder fix. Da es in den noch ausstehenden sieben Spielen aber keinen einzigen weiteren Sieg gab, stieg der Jahn ab. Am Ende war es ein Pyrrhussieg.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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