Dieter Hecking: „Wir haben mehr Qualität, als wir abgerufen haben!“ Der neue Sportvorstand des 1. FC Nürnberg vor dem Derby gegen Jahn Regensburg im Blizz-Interview

Regensburg – Nach seiner etwas mehr als einjährigen Trainerstation beim Hamburger SV ist Dieter Hecking (55) seit Ende Juli nun neuer Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg. Nach dem Beinahe-Abstieg des „Clubs“ hat der gebürtige Nordrhein-Westfale den Spielerkader des fränkischen Traditionsvereins mit neuen Kräften verstärkt.

Neu im Team ist unter anderem Mittelfeldspieler Sarpreet Singh (21). Der Neuseeländer kommt als Leihspieler vom FC Bayern München. Mit Manuel Schäffler hat Hecking einen erfahrenen Stoßstürmer an die Pegnitz gelockt. 19 Treffer in der abgelaufenen Zweitliga-Saison für Wehen Wiesbaden beweisen die Knipserqualitäten des 31-Jährigen. Für 800.000 Euro hat sich der „Club“ die Dienste von Pascal Köpke (25) gesichert. Das sei der „Typ Stürmer, der unserem Kader noch gefehlt hat“, sagt der Sportvorstand über den Sohn von Torwart-Legende Andreas Köpke. Ebenfalls als Leihspieler von Bayern München wechselte Torwart Christian Früchtl (20) zum FCN. Von Red Bull Leipzig liehen sich die Franken Junioren-Nationalspieler Tom Krauß (19).
Ohne Zweifel: Nürnberg hat seinen Kader an wichtigen Stellen verstärkt. Auf den SSV Jahn Regensburg wartet beim Derby-Kracher am 18. September ein harter Brocken. Dennoch: Zuletzt mussten sich die Rothosen gegen die Franken keinesfalls verstecken. Was meint Dieter Hecking dazu?

Mario Hahn: Die zwei vorangegangenen Partien zwischen dem Jahn und dem „Club“ endeten jeweils unentschieden (1:1 und 2:2). Rechnen Sie auch dieses Mal mit einem Remis?
Dieter Hecking: Grundsätzlich wollen wir immer jedes Spiel gewinnen. Nach der letzten Saison wäre es aber vermessen, aus diesem Wunsch Ansprüche abzuleiten. Ob ich mit einem Remis gegen Regensburg zufrieden bin, kann ich seriös erst nach dem Spiel beantworten. Die 2. Liga ist extrem ausgeglichen. Gut möglich, dass Spiele häufiger unentschieden enden werden.

Wo sehen Sie die Stärken des FCN, wo die Stärken des SSV Jahn?
Wir verfolgen eine klare Philosophie, wie wir die Mannschaft Fußball spielen sehen wollen. Aktiv, dynamisch, aggressiv, mutig mit einer guten Grundordnung. Der Jahn ist gut strukturiert im Pressing und in der Ordnung. Sie sind immer aktiv und es zeichnet die Mannschaft ein gutes Umschaltspiel aus.

Sind Sie mit der Ist-Situation des FCN-Kaders zufrieden?
Ich denke, wir haben das, Stand jetzt, ganz gut hinbekommen. Das vorhandene Personal hat sicher mehr Qualität, als es in der vergangenen Saison abgerufen hat. Und die Neuen haben diese noch einmal gesteigert.

Der „Club“ hat eine schwere Saison hinter sich und konnte buchstäblich in allerletzter Sekunde den Abstieg in die 3. Liga verhindern. Sie sind bestimmt nicht in das schöne Frankenland gekommen, um eine ähnliche Situation wieder zu erleben. Was sind also Ihre Ziele mit dem 1. FC Nürnberg?
Ich halte nichts davon, Ziele zu definieren, wenn das Transferfenster noch einige Wochen geöffnet ist und die Vereine ihre Kader noch nicht final zusammen haben. Fakt ist aber, dass wir besser abschneiden wollen als in der vergangenen Saison.

Daniel Popp

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