Augenklinik Regensburg: Quantensprung im Bereich der Augen-OP

Laser ersetzt das Skalpell

Als erste Klinik in der Oberpfalz und in Niederbayern setzen Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Herrmann und Professor Dr. Andreas Remky in der Augenklinik Regensburg am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder einen Femtosekundenlaser für die Operation des grauen Stars ein.

Bei der Bekämpfung der weltweit häufigsten Erblindungsursache, des grauen Stars, ist zunehmend mehr Präzision gefragt. Die Operation des „Grauen Stars“ (Kataraktoperation) ist mit circa 700.000 Eingriffen die häufigste Operation in Deutschland überhaupt. Der Laser nimmt dem Operateur nun das Skalpell aus der Hand uns sorgt dadurch für eine bisher nie erreichte Präzision. Wesentliche und bisher vom Arzt von Hand durchgeführte Teilschritte der Linsenoperationen werden jetzt von einem speziellen Laser übernommen.

Mit diesem Laser werden die Augen-OPs durchgeführt

Bislang, so Dr. Herrmann, sei man stolz gewesen, wenn man millimetergenau operiert habe. Neuerdings rechnen wir eher in Mikrometern. Der Laser bietet dabei zwei Vorteile gegenüber der manuellen Technik: der Linsenaustausch wird zum einen genauer, da die Kunstlinse exakter positioniert werden kann, und zum zweiten sicherer, da Laserschnitte präziser sind als handgeführte Schnitte.

Femtosekundenlaser werden in der Augenheilkunde seit etwa sieben Jahren bei der Behandlungen von Fehlsichtigkeit eingesetzt. Die Lasersysteme arbeiten mit ultrakurzen Lichtimpulsen. Die hohe Energiedichte dieser Impulse lässt im Gewebe Tausende kleiner Luftbläschen aus Wasser und Kohlendioxid entstehen, welche die betreffende Gewebeschicht sauber an präzise vorherberechneten Stellen auseinandertrennen – sprich: schneiden, nur ohne Trauma und ohne eine thermische Schädigung von Nachbargeweben.

Auch die Linsenzertrümmerung – trübe Linsen können eine den manuell arbeitenden Operateur teilweise vor Probleme stellende Härte aufweisen – übernimmt der Femtosekundenlaser: Er zerlegt die Linse mit deutlich geringerem Energieaufwand, als dies bislang in der herkömmlichen Phakoemulsifikation geschieht. Die Behandlung, so Professor Remky, ist dann deutlich schonender, die Ergebnisse sind präziser und der Patient profitiert früher von der hohen Sehqualität.

Der kurze Routineeingriff, bei dem die eingetrübte natürliche durch eine individuell berechnete Kunstlinse ersetzt wird, wird in der Regel ambulant durchgeführt. Da die Einführung dieser neuen Technologie mit sehr hohen Kosten verbunden ist, wird diese Technologie in den nächsten Jahren nur an wenigen großen Zentren zum Einsatz kommen.

Mehr Infos: www.augenklinik-regensburg.de.

 

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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