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Wirtschaft (Anzeigen)

„Da traut sich doch keiner mehr durch“ OB-Kandidat und CSB-Stadtrat Christian Janele will das Umfeld Albertstraße / Busbahnhof sicherer machen

CSB-Stadtrat Christian Janele in der Regensburger Albertstraße, in der Passanten und Nutzer des ÖPNV häufig mit Alkohol- und Drogenproblemen konfrontiert werden. FOTO: CSB/Thomas Maurer

Regensburg – Laut Polizeimeldung vom 15.7. griff am vergangenen Sonntag gegen 4 Uhr ein Mann zwei Passanten an, die durch den Park von der Albertstraße in Richtung Bahnhof gingen. Einem 32-Jährigen verpasste der Tatverdächtige einen Kopfstoß ins Gesicht. Seinem zweiten Opfer schlug er eine Glasflasche auf den Kopf, so dass diese zerbrach. Ein weiterer Angriff mit einem Messer scheiterte. Der polizeibekannte Mann konnte in der Ostenallee festgenommen werden. Ein Ermittlungsrichter erließ einen Untersuchungshaftbefehl.

In der Domstadt gibt es nicht nur Schönes. Wenn es in wissenschaftlichen Untersuchungen um Hightech geht, belegt Regensburg einen Spitzenplatz. Wirft man jedoch einen Blick auf die Kriminalitätsrate, so landet Regensburg auf Platz 361 von 401 Kommunen und belegt somit einen der schlechtesten Plätze in Deutschland.

Insbesondere im und um den Hauptbahnhof gibt es Probleme. Diese Gegend ist ein von Kriminalität besonders belasteter Ort. Oft kommt es zu Körperverletzungen, Taschendiebstahl sowie Drogendelikten. Aus diesem Grund möchte OB-Kanditat Christian Janele von den Christlich-Sozialen Bürgern (CSB) entschlossen eine Veränderung herbeiführen.
Es gibt täglich Pöbeleien

„Da traut sich doch keiner mehr durch“, schildert er die Lage und sieht die Probleme in der Albertstraße als eine der drängendsten Herausforderungen, die die Stadtführung in den letzten Jahren versäumt hat.
„Die vielen Alkohol- und Drogenabhängigen die sich hier aufhalten, ziehen Einschränkungen für die täglichen Fahrgäste und Passanten mit sich“, so Janele. Der Drogenverkauf, die Vermüllung und die Beschaffungskriminalität sind große Probleme.

Positive Erfahrungen mit Alkoholverbot

Der CSB-Stadtrat setzt sich dafür ein, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu verbessern. Nachdem die Stadt während der Testphase eines generellen Alkoholkonsumverbots am Regensburger Hauptbahnhof positive Erfahrungen gemacht hat, gilt das Verbot nun dauerhaft. Für Christian Janele Anreiz genug, einen Antrag einzubringen, wonach die Alkoholverbotszone ausgeweitet werden soll.

Im Blizz-Interview spricht der CSB-Vorsitzende darüber, weshalb er es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Stadt „sicherer und sauberer“ zu machen, was er sich von einer Ausweitung des Alkoholverbots erhofft und was seine weiteren Pläne für die Stadt Regensburg vorsehen.


Christian Janele im Blizz-Interview über seine Pläne für eine Entschärfung der Situation rund um die Albertstraße

Blizz: Herr Janele, als Immobilienkaufmann sind Sie eher im Privatwagen als mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Was hat Sie dazu bewogen, sich des Problembereichs rund um den Busbahnhof in der Albertstraße anzunehmen?

Christian Janele: Ich werde ganz oft von sehr besorgten Eltern, deren Schulkinder täglich mit dem Bus fahren, auf dieses Problem angesprochen. Unter anderem wurde mir berichtet, dass sie sich ungern in diesem Bereich aufhalten. Aber es sind nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die sich unsicher in diesem Areal fühlen.

Kein schöner Anblick für Schüler und Jugendliche

Es liegen zerbrochene Flaschen und Müll herum. Betrunkene sitzen auf den Bänken der Bushaltestelle und pöbeln. Es kommt noch hinzu, dass Alkohol nicht das einzige Problem ist. Auch Drogenabhängige sowie Drogenbeschaffung fallen auf. Für viele ist das eine No-Go-Area.

Blizz: Was müsste sich Ihrer Meinung nach vor Ort ändern und welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Christian Janele: Leider werden viele Delikte im alkoholisierten Zustand begangen. Mit einem Alkolholverbot könnte die Anzahl der Rohheitsdelikte, also zum Beispiel Raub und Körperverletzung, sinken. Ich fordere in einem Antrag ein Alkoholverbot für die Albertstraße (ZOB) samt Umfeld, denn es ist auf jeden Fall ein effektiver Beitrag, das Alkoholproblem aus dem Umfeld der Passanten, insbesondere der Schüler, Jugendlichen und Senioren, die auf den Bus angewiesen sind, zu vertreiben. Ich bin davon überzeugt, dass diese Maßnahme geeignet ist, die Sicherheitssituation der Bürger und Bürgerinnen zu verbessern.
Erfahrungswerte am Hauptbahnhof zeigen, dass sich dort, seit der Einführung des Alkoholkonsumverbots die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht hat. Daher halte ich eine Ausweitung auf die Albertstraße für sinnvoll.

Spritzen, Scherben und Müll in der und um die
Albertstraße

FOTO: CSB/Thomas Maurer

Weiter sollten mehr und größere Trennsystemmüllbehälter aufgestellt werden. Aber vor allem halte ich Spritzenbehälter für wichtig. Dies gilt vor allem in öffentlichen Toiletten, im Bereich des Peterskirchleins, dem Fürst-Anselm-Park und der Park- und Spielplatzanlage beim Hallenbad.
Außerdem fordere ich eine bessere Beleuchtung im Fürst-Anselm-Park, vorbei an den Englischen St. Marien-Schulen bis hin zum Platz der Einheit. Dadurch wird die Sicherheitssituation gestärkt.

Man muss sich doch wieder sicher fühlen können

Wichtig ist ein konsequentes Einschreiten gegen Störer, Randalierer und Straftäter, dazu gehört ein Aussprechen und Durchsetzen von Bereichsbetretungsverboten. Wir brauchen nicht nur Polizisten, sondern auch Drogenberatungsstellen. Die Sozialarbeiter/innen leisten hervorragende Arbeit, wir sollten sie, so irgend möglich, unterstützen. Zudem muss vor allem an Schulen frühzeitig wichtige Präventionsarbeit stattfinden. Das Gesundheitsamt, die Polizei und vor allem der Drug-Stop e. V. in Regensburg sind hier sehr gute Ansprechpartner.

Blizz: Würde sich nach einer Ausweitung der Alkoholverbotszone die Szene nicht einfach in die nächste öffentliche Grünanlage verlagern?

Christian Janele: Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir mit Alkohol- und Drogenabhängigen leben müssen. Es gibt dieses Problem und wir müssen Lösungen finden. Sie müssen sich vorstellen, viele dieser Leute sind oft obdachlos und sind Sommer wie Winter der Witterung ausgesetzt. Sie müssen die Sitzgelegenheiten und den Unterstand der Bushaltestelle nutzen. Wenn ich ein Alkoholverbot für diesen Bereich fordere, so müssen wir, damit es zu keiner Ortsverlagerung kommt, diesen Leuten eine Alternative geben. Ich will Räume schaffen, in denen Abhängige unter Aufsicht trinken können. Damit ist ihnen und auch Passanten, die sich belästigt fühlen, geholfen.

Blizz: Würden Sie ein Alkoholverbot auch noch an weiteren Plätzen der Stadt befürworten? Am Donauufer vielleicht oder auf der Jahninsel?

Christian Janele: Diese Plätze sind in letzter Zeit auch schwierig geworden. Aber Regensburg ist durch seine vielen Studenten und jungen Leute auch eine Feierstadt. Ich appelliere aber eindringlich, dass wir in einer toleranten und offenen Stadt wohnen und Rücksicht aufeinander nehmen müssen.


Ein soziales Problem, das wir in den Griff bekommen müssen

Streetworker Ben Peter arbeitet seit 2010 in Regensburg und kennt die Szene wie kein anderer. Er hilft Alkohol- und Drogenabhängigen in schwierigen Lebenslagen. Christian Janele sprach mit ihm vor Ort, informierte sich über die schwierige Lage.
Seine Erkenntnis: Die Kriminalität um das Bahnhofsviertel ist vor allem ein soziales Problem „Wir haben hier Leute, mit denen keiner mehr etwas zu tun haben will.“

Mehr Infos unter csb-regensburg.de

FOTO: CSB/Thomas Maurer

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