Coinbase an der Börse: So lief der Start! Was macht Coinbase so besonders?

Bitcoin-Kurs. Foto: by M. B. M. on Unsplash

Mitte April ging Coinbase über eine Direktplatzierung an die Börse. Damit wurde ein großes Stück des Weges für die Legitimierung von Kryptowährungen zurückgelegt. Bei Coinbase handelt es sich um den größten Handelsplatz für die Kryptowährungen. Da Coinbase zu den großen Gewinnern des Kryptobooms zählt, wächst ebenso das Interesse an der Coinbase Aktie.

Zudem schätzen Analysten die Chancen sehr gut ein, dass die Coinbase Aktie auch durchaus in börsennotierte Fonds aufgenommen werden könnte. Es gibt einige Marktbeobachter, die Coinbase eine Bewertung 100 Milliarden Dollar zutrauen. Das würde bedeuten, dass Coinbase einen noch höheren Wert hätte als die etablierten Wertpapier-Handelsplätze New York Stock Exchange (Nyse) und Nasdaq zusammen.

Was macht Coinbase so besonders?

Als die Kryptowährungen auf den Markt kamen, war der Handel zu Beginn nicht gerade einfach. Die Idee hinter Coinbase war es, diese Situation zu ändern. Aus diesem Grund wurde 2012 das Start-Up gegründet. Der Handel mit der Kryptowährung sollte endlich massentauglich werden.

Hier ging es vordergründig darum, eine gute Nutzerfreundlichkeit zu erarbeiten. Kryptowährungen sollten künftig ebenso einfach zu handeln und aufzubewahren sein, wie man es vom herkömmlichen Online-Banking gewohnt ist.

Daraus resultierte ein deutlicher Zulauf von Nutzern, vor allem in den Zeiten als die Preise der digitalen Währungen ständig stiegen. Tesla-Chef Elon Musk hat in der Vergangenheit sein riesen Bitcoin Investment in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar ebenfalls über Coinbase abgewickelt.

Coinbase ist in den USA die erste Krypto-Handelsplattform, die sich an der Börse listen ließ. Auf dem Weg zur Bekanntheit und Akzeptanz sieht die Kryptowelt darin den absoluten Durchbruch. Das Nischendasein der Kryptowährungen, das sich abseits des herkömmlichen Finanzsystems bewegt, ist damit ein für allemal beendet. Die Zeiten, wo sich die Kryptowährungen im unregulierten Bereich bewegten, enden damit ebenfalls.

Doch auch mehrere Finanzinstitute, ebenso wie Hedgefonds-Manager, haben ebenfalls zur Akzeptanz der Kryptowährungen beigetragen.

Die Bewertung des Unternehmens mit 100 Milliarden Dollar

Die Entwicklung von Coinbase in den vergangenen Monaten ist durch ein extrem starkes Wachstum geprägt. So darf sich Coinbase über ein tolles erstes Quartal freuen. Die Gewinnspanne soll sich hier zwischen 730 bis 800 Millionen Dollar bewegen. Diese vorläufigen Zahlen veröffentlichte Coinbase Anfang April.

Hier lag der Umsatz mit rund 1,8 Milliarden Dollar neunmal höher als im Vorjahr. Das bedeutet, dass Coinbase im ersten Quartal 2021 mehr Umsatz machte, als im gesamten Vorjahr.

Investoren haben immer die Profitabilität im Fokus. Zum Zeitpunkt des Börsengangs können viele Start-Ups das allerdings nicht gewährleisten, ganz anders stellt sich das allerdings bei Coinbase dar.

Es zeigt sich, dass viele Profis ebenso wie Kleinanleger ihre Investments in einem großen Rahmen bei Coinbase lagern und sie nicht in Wallets aufbewahren. Immerhin lagerten bei Coinbase im ersten Quartal 11 % der gesamten Kryptowährungen mit einem Wert von 223 Milliarden Dollar.

Das Timing ist optimal gewählt, denn gerade in den vergangenen Wochen haben die beiden größten Kryptowährungen, Bitcoin und Ether, neue Höchststände erreicht.

Darüber hinaus schätzen Analysten die Chancen für die Coinbase Aktien sehr gut ein, in die wichtigen börsennotierten Fonds, also in die ETFs, aufgenommen zu werden. Damit würde die Aktie noch einen zusätzlichen Aufschwung erhalten. Es gibt Analysten, zu denen beispielsweise Forte gehört, die davon ausgehen, dass sich der Marktwert von Coinbase auf 200 Milliarden Dollar verdoppeln könnte.

Die Coinbase Aktien wurden in den privaten Märkten im Schnitt im ersten Quartal mit 344 Dollar pro Stück gehandelt. An der US-Technologiebörse Nasdaq wurde Coinbase mit einem Referenzpreis von 250 Dollar gehandelt. Coinbase käme somit auf eine Bewertung von ca. 65 Milliarden Dollar.

Welche Risiken gibt es?

Den größten Teil der Umsätze realisierte Coinbase über die Transaktionsgebühren, die für den Kryptohandel erhoben werden. Dieser Anteil lag im letzten Jahr bei immerhin 96 %. Die Aktienkurse wie auch das Unternehmen selbst sind somit auch in der Zukunft von den volatilen Preisen der digitalen Währungen abhängig. Falls es zu einem ähnlichen Kurseinbruch wie in 2018 kommen würde, könnte das auch die Umsätze und die Gewinne betreffen.

Auch sollte die Konkurrenz nicht aus dem Auge verloren werden, denn PayPal und Square bieten ebenfalls den Handel mit den Kryptowährungen an. Außerdem gibt es weitere Onlinebroker wie zum Beispiel Robinghood. Daher wird in der Branche davon ausgegangen, dass die Konkurrenten somit entsprechend Druck auf die von Coinbase erhobenen Gebühren ausüben werden. Die Profitabilität von Coinbase könnte dadurch gefährdet werden.

Wieso hat Coinbase die Direktplatzierung an der Börse gewählt?

Nur sehr wenige Start-Ups wählen diesen Weg. Schließlich werden hier keine Aktien ausgegeben, um frisches Kapital von Unternehmen einzusammeln. Coinbase hat die Aktien direkt an die Börse gebracht. Doch hier haben die Mitarbeiter und frühe Investoren die Möglichkeit, ihre Anteile zu Geld zu machen. Bereits vor Coinbase sind schon Spotify, Slack, Palantir und Roblox über Direktplatzierungen an die Börse gegangen.

Bei den Direktplatzierungen steigen die Kurse durchschnittlich um 37 % gleich am ersten Handelstag. Damit kommt Coinbase fast genau auf 344 Dollar, für die Investoren die Papiere auf dem privaten Markt gekauft haben.

Ende 2020 genehmigte die US-Börsenaufsicht SEC noch einen dritten Weg. Hier wird den Start-Ups die Möglichkeit gegeben, via Direktplatzierung an die Börse zu gehen. Gleichzeitig ist es bei dieser Variante dann aber auch noch möglich, über Aktienverkäufe Geld einsammeln.

Die Macher von Coinbase

Gemeinsam mit dem britischen Programmierer Ben Reeves hat Brian Armstrong das Unternehmen gegründet. Allerdings kam es zum Streit zwischen den beiden, und zwar kurz bevor sie in das renommierte Gründerzentrum Y-Combinator aufgenommen wurden. Die künftige Ausrichtung des Start-Ups war der Anlass für die Unstimmigkeiten.

Es heißt, dass Armstrong die Passwörter geändert haben soll. Auf Grund dessen wurde Reeves entsprechend der Zugang zu den Programmiercodes verweigert. Dieses Szenario beschrieb der Autor Jeff John Roberts in seinem Buch „Kings of Crypto“.

Zu einem späteren Zeitpunkt hat Armstrong den ehemaligen Goldman-Sachs-Trader Fred Ehrsam kennen gelernt. Er wurde dann zum Mitbegründer von Coinbase gemacht. 2017 verließ der Mitbegründer dann aber Coinbase, allerdings sitzt er noch im Verwaltungsrat. Die Anteile von Armstrong haben einen Wert von rund 14 Milliarden Dollar, die Anteile von Ehrsams Aktien liegen bei einem Wert von zwei Milliarden Dollar.

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